Unsere Version von "Canned Lion Hunting"

Worum geht es bei diesem großen Wirbel um „Canned Lion Hunting“ (sinngemäß „Löwenjagd in der Konserve“)? 7 Milliarden Menschen kämpfen täglich ums Überleben und wir kümmern uns um Löwen, die in einem Gehege erschossen werden? Die Frage die wir uns anfangen müssen zu stellen ist folgende: Wann haben wir angefangen unsere Seele, unsere Würde und unseren Stolz für so etwas zu verkaufen? Unser Ton mag hier vielleicht etwas aggressiv klingen – wenn Sie sich durch diesen Artikel verletzt fühlen, ist unsere Seite möglicherweise nichts für Sie.

 

Um eine lange Geschichte kurz zu fassen (also so kurz wie möglich): Canned lion hunting ist, wenn Jäger einen Löwen in einem Areal schießen, das durch Zäune begrenzt ist und in dem es für den Löwen keine Möglichkeit gibt sich zu verstecken oder wegzulaufen.

Wussten Sie, dass einige dieser Anbieter den Löwen sogar unter Drogen setzen, ihn auf ein Fahrzeug laden, in einem unberührt aussehenden Areal wieder absetzen und dann quasi mit „Löwen-Fußabdruck-STEMPELN“ eine Spur direkt zu diesem schlafenden Löwen anlegen? Stunden später kommt dann der Jäger, der viele Dollars auf den Tisch gelegt hat, um selbst einen Löwen zu schießen. Er findet die Löwenspur mit Hilfe der sogenannten professionellen Jäger und spürt den „mächtigen“ Löwen auf, der unter einem Baum oder Busch liegt.

Oder wie wär es damit: Wussten Sie, dass es spezielle Facebook-Seiten gibt, auf denen Sie auswählen können, welchen Löwen Sie schießen möchten? Es handelt sich dabei um einen neuen Markt, mittels dessen sich Jäger bequem von zu Hause aus in den USA, Spanien oder von sonst wo einen Löwen aussuchen können, um exakt dieses Tier ein paar Wochen später zu erlegen.

Oder die neueste Variante: Sie können einen Löwen sogar per Skype schießen! Dazu hat der Jäger eine Kamera auf dem Kopf und Sie können ihn dabei live verfolgen – und wenn Sie die Maus drücken, erschießen Sie den Löwen.

 

Nun, das mag einige Leute verstimmen und sie entweder wütend auf uns machen, da wir darüber berichten – oder sie werden wütend, weil sie zum ersten Mal davon hören. Die Wahrheit muss ans Licht kommen und SIE sind die einzigen, die etwas bewegen können. Wenn Sie sich fragen wie - hier ist die Antwort: Wenn Sie einen aufgepäppelten Löwen wieder zurück in die Wildnis „entlassen“ wollen, stellen Sie sicher, dass Sie sich vorher gründlich informiert haben. Vor weniger als 20 Jahren gab es ca. 30 Löwen-Zuchtstationen in Südafrika. Inzwischen sind es über 200 – und wer zieht diese niedlichen Löwenbabys auf? VOLONTÄRE. Wenn diese Volontäre nachfragen, was aus diesen Löwenbabys wird, erhalten sie meist die Antwort, dass sie zurück in die Wildnis entlassen werden. Großartig. ABER WO? Wenn die freilebenden Löwen schon kaum überleben können, wo soll man denn Orte finden, wo handaufgezogene und an Menschen gewöhnte Löwen ausgewildert werden können? Solche Auswilderungen finden NICHT statt – also hören Sie bitte nicht auf diese Geschichten. Dann hören Sie die Antwort „Oh, wir behalten sie hier in Sicherheit“. WIRKLICH? Wenn eine Farm Löwenbabys hat, wissen sie dass sie in Schwierigkeiten sind, denn diese Löwen hätten empfängnisverhütende Maßnahmen erhalten sollen und KEINE Zucht hätte erlaubt werden sollen.

Wenn sie Löwen züchten, werden diese Löwen verkauft. Einige Anbieter sind DIREKT in canned lion hunting involviert und verschleiern es SO gut vor ihren Volontären. Andere verkaufen ihre Löwen an andere Farmen und die Löwen werden dadurch zu Geld. Sie geben sie an eine Person, diese kauft irgendetwas davon und das Geld geht dorthin – und bevor Sie es merken, sind die Löwen in diesem System verschwunden und erschossen. Ja, das kleine niedliche Löwenbaby, das Sie in der Hand hatten, mit dem Sie gespielt haben und das Sie mit Milch gefüttert haben, hängt jetzt als Trophäe an einer Wand!

In der Vergangenheit war das alles kontrolliert. Aber inzwischen kann jeder Hinz und Kunz, der nicht imstande sind, ein nachhaltiges Einkommen zu erwirtschaften, mit einer Löwenzucht beginnen, ein Voluntärprojekt eröffnen und sich ein Rehabilitationszentrum oder Tierheim (Sanctuary) nennen. Vor Jahren wurden Löwen für 50.000 bis 1,5 Mio Südafrikanische Rand (ca. 3.500 – 100.000 EUR) verkauft – und das war nur für die Zucht. Um einen Löwen zu schießen kann man bis zu 100.000 US-Dollar bezahlten, abhängig davon ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt und wie dessen Zustand ist. Und manchmal, wenn der Jäger hinter seinem PC sitzt, den „Löwenkatalog“ studiert und einen Löwen mit SCHWARZER Mähne möchte, betäubt der Verkäufer den Löwen und färbt die Mähne eines Löwen schwarz – um den Wünschen des Käufers zu entsprechen.

Sie glauben uns das nicht? Forschen Sie selbst nach und Sie werden feststellen, dass die Informationen STIMMEN!

 

Vor ungefähr fünf Jahren wurden Löwen nur als Trophäen geschossen. Aber seit die IUCN den Tiger als gefährdete Spezies eingestuft hat und ihm dadurch einen besseren Schutz gewährt, hat sich der Markt in Asien nun den Löwen zugewandt: Produktion von Löwenknochen-Wein, Löwenknochen-Suppe und diverse „medizinische“ Verwendungen. Seit sich dieser Markt entwickelt hat (da Südafrika so viele Löwen in Gefangenschaft hat) gibt es Berichte darüber, dass einige Löwenzüchter sogar die Überrester toter Löwen wieder ausgraben um die Knochen zu verkaufen. In den letzten beiden Jahren ist der Markt bzw. der Bedarf nach Löwenknochen um über 250% gestiegen, so dass einige Farmer die Nachfrage nicht mehr aus eigenen Beständen befriedigen können, da sie keine Löwen mehr haben. Also was nun? Nun müssen die freilebenden Löwen dran glauben. In Mosambik wurden einige Wilderer dabei ertappt, wie sie Wasserlöcher in Nationalparks vergifteten, um Raubkatzen ganz einfach zu töten, zu häuten, die Knochen mitzunehmen und dann über ein Syndikat zu verkaufen. Nach der letztjährigen Statistik wird ein Löwenschädel für 1.000 US-Dollar angeboten und Knochen für 250 US-Dollar pro Kilogramm.

 

Nimmt die canned lion hunting-Industrie also Druck von den freilebenden Löwen? NEIN. Wenn es so wäre, warum ist die Löwenpopulation in freier Wildbahn dann von 200.000 in den späten 1970ern auf nun weniger als 15.000 (2013) zurückgegangen?

 

Doch wer ist der Schuldige? Nun, niemand ist wirklich schuld, denn wir haben unsere Jäger, unsere Volontäre, unsere Naturschützer, unsere Einwohner von Vietnam und Laos die Löwenknochen kaufen. Sind wir etwa alle zu beschuldigen? Wie kann das gestoppt werden? Verbietet als erstes den Import JEGLICHER LÖWENARTIKEL in eurem eigenen Land. Hört damit auf, Löwenbabys zu streicheln, denn das ist NICHT der Weg in die Zukunft. Glaubt uns. WIR waren alle da, haben das alle gemacht, haben die T-Shirts erhalten und wissen aus eigener Erfahrung, dass es so nicht weitergehen kann.

Warum wollen wir Löwen wieder in die Wildnis entlassen, wo es dort doch bereits WILDE LÖWEN gibt?

 

Denken Sie darüber nach!

Wir danken Ihnen für Ihre Zeit, für Ihre Unterstützung und wir hoffen, dass unsere Erfahrungen, die wir in über fünf Jahren gesammelt haben, Sie bereichert haben. Dieser Artikel ist offen für Diskussionen, Feedback und Ihre eigenen Erfahrungen. Bitte vermeiden Sie herabwürdigende Ausdrücke oder aggressive Angriffe auf andere Teilnehmer – denn das kann nicht Sinn und Zweck des Löwenschutzes sein.

Wenn Sie etwas verändern wollen, teilen Sie diesen Artikel auch in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, denn einige dieser Personen könnten solche Projekte ohne ihr Wissen unterstützen wollen.

 

(Übersetzung des Facebook-Artikels „Our story about Canned Lion Hunting“ vom 23. März 2014)

 

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